Zwischen Laden und Laptop: Einzelhandel unter Druck
Norderstedt – Der stationäre Einzelhandel steht zunehmend unter Druck. Das zeigt sich auch im Herold-Center. Während immer mehr Menschen ihre Einkäufe online erledigen, kämpfen Geschäfte vor Ort um Kundschaft und Umsätze.
„Für viele Händler ist es schwierig, gegen die großen Onlinehändler anzukommen“, sagt Carsten Gogol, Center Manager des Herold-Centers Norderstedt. Produkte seien rund um die Uhr verfügbar und Preisvergleiche innerhalb weniger Sekunden möglich. Dennoch sieht Gogol eine klare Möglichkeit, den Einzelhandel zu stärken: „Ganz klar: im Einzelhandel kaufen und stationär einkaufen. Nicht nur im Herold Center, sondern den Händler des Vertrauens unterstützen. Das war schon immer das beste Mittel. Ganz einfach.“
Auch Carola Narjes vom Tee- & Gewürz-Pavillon setzt auf bewussten Konsum. „Einfach mal in sich gehen und sich wirklich fragen: Brauche ich das? Ist die Qualität gut? Was unterstütze ich damit gerade? Bei diesen Billigprodukten werden so viele Menschen ausgebeutet. Na klar, man bekommt ein T-Shirt für fünf Euro. Aber was dahintersteckt, das fragt doch heute kaum noch jemand. Und das ist tragisch.“
Die Zahlen zeigen die Entwicklung deutlich: Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland setzte der deutsche Onlinehandel im Jahr 2025 rund 92,4 Milliarden Euro um. Zehn Jahre zuvor waren es noch weniger als 50 Milliarden Euro. Damit hat sich der Online-Umsatz innerhalb eines Jahrzehnts nahezu verdoppelt. Trotz der Herausforderungen sehen die Händler vor Ort weiterhin große Vorteile im persönlichen Einkauf. Kunden können Produkte direkt ansehen, ausprobieren und sich individuell beraten lassen. Damit das Herold Center auch künftig ein lebendiger Treffpunkt im Herzen Norderstedts bleibt, setzen die Verantwortlichen auf attraktive Angebote, engagierte Händler und eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt.

