Zahnmobil bringt kostenlose Hilfe nach Norderstedt
Norderstedt – Einmal im Monat macht das Zahnmobil Schleswig-Holstein an der Praxis ohne Grenzen des DRK in Norderstedt Halt. Das gemeinsame Projekt der Diakonie Altholstein und des Universitätsklinikums Schleswig Holstein versorgt Menschen, die sonst kaum Zugang zu zahnmedizinischer Behandlung haben, darunter Menschen ohne Krankenversicherung, Wohnungslose und Bewohnerinnen und Bewohner von Landesunterkünften für Geflüchtete.
Behandelt werden akute Zahnprobleme wie Schmerzen oder Entzündungen. Auch kleinere chirurgische Eingriffe und Wurzelkanalbehandlungen sind möglich. „Wir machen auch Notfallversorgung. Das bedeutet, wir können Zähne entfernen, versuchen sie zu erhalten und auch Wurzelkanalbehandlungen durchführen. Was wir allerdings nicht machen können, ist Zahnersatz“, erklärt Nicole Tammert, Zahnarzthelferin beim Zahnmobil.
Die Nachfrage wächst stetig. Im vergangenen Jahr wurden 939 Patientinnen und Patienten behandelt. Das Zahnmobil legte 36.635 Kilometer zurück und war an mehr als 14 Standorten in Schleswig Holstein im Einsatz. Insgesamt wurden 1.949 Behandlungen durchgeführt, 485 Zähne erhalten, 599 Zähne entfernt und 89 Wurzelkanalbehandlungen vorgenommen.
Auch bei den Patientinnen und Patienten kommt das Angebot gut an. Albert Janczak sagt: „Ich hatte früher immer Angst vor Spritzen und Zahnärzten. Aber hier war das ganz angenehm und hat überhaupt nicht wehgetan. Ich kann das wirklich empfehlen.”
Das UKSH stellt das zahnärztliche Fachpersonal sowie Material und Instrumente zur Verfügung. Die Diakonie Altholstein koordiniert die Einsätze. Finanziert wird das Projekt durch Fördermittel und Spenden. Da das Fahrzeug künftig ersetzt werden muss und weitere Standorte geplant sind, hoffen die Träger weiterhin auf Unterstützung.
Auch die Praxis ohne Grenzen des DRK Norderstedt ist auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Edda Rönnau Jahn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des DRK Norderstedt, appelliert deshalb: „Wir können mehr Menschen gebrauchen.“
