Neue Kulturförderrichtlinien erst ab Sommer 2027

Neue Kulturförderrichtlinien erst ab Sommer 2027
Auf die Kulturträger Norderstedts kommen herausfordernde Zeiten zu | Foto: pixabay/Sebastian Goessl

Norderstedt – Finanziell kneift und klemmt es an allen Ecken in Norderstedt. Das Resultat: Es muss kräftig gespart werden. Nach und nach kommen die Sparmaßnahmen nun bei denen an, die in den vergangenen Jahren immer auf entsprechende Förderung oder finanzielle Unterstützung vonseiten der Stadt bauen konnten. Vor allem im Kulturbereich rumort es deshalb gewaltig. Das konnte man auch gestern Abend wieder miterleben. Denn wie schon beim letzten Mal war der Andrang beim Kulturausschuss so groß, dass die Verantwortlichen die Sitzung wieder in den Plenarsaal verlegen mussten. Die Stimmung alles andere als locker und gelöst.

“Die ist unheimlich angespannt”, sagt Thomas Witte, der Vorsitzende des Hauptausschusses. “Man merkt das Knistern, wenn man in den Sitzungsraum reinkommt”. Gestern wurden wieder die Neuerungen der Kulturförderrichtlinien behandelt, die im letzten Ausschuss beschlossen worden waren. Die sehen zum einen vor, dass Kulturträger für die Nutzung nicht-städtischer Räume wie der TriBühne oder dem Kulturwerk am See Miete zahlen müssen, und zum anderen, dass diese Regelung schon zum 1.1.2027 greifen sollte. Hier hatten CDU, FDP und WiN/Freie Wähler einen Änderungsantrag eingereicht.

Für die Überarbeitung der Kulturförderrichtlinien wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt

“Dieser Antrag ist einstimmig verabschiedet worden. Heißt also am Ende des Tages, die Kulturförderrichtlinien-Umsetzung kommt, aber nicht zum 1. Januar, sondern zum 1. Juli nächsten Jahres, und da haben alle etwas mehr Chance und Zeit, sich daran zu gewöhnen und eine sinnvolle Umsetzung hinzukriegen”, erklärt Witte. Der im letzten Ausschuss ebenfalls verabschiedete Kulturentwicklungsplan sieht zudem eine Überarbeitung der Kulturförderrichtlinien vor. Dazu wird nun eine Arbeitsgruppe eingesetzt – bestehend aus Vertretern vom Amt für Kultur und Bildung, der Politik und von den Kulturträgern.

Nach dem Beschluss der neuen Kulturförderrichtlinien und den damit anfallenden zusätzlichen Kosten hatte das Blueswerk in der vergangenen Woche schon angekündigt, den Betrieb Mitte nächsten Jahres einzustellen. Der Beginn eines Kultursterbens hier in Norderstedt? “Ich hoffe nicht, dass es der Beginn von Kultursterben ist”, sagt Witte. Und weiter: “Eine Wandlung der Kultur wird es sicherlich sein an der Stelle. Aber wir müssen mit den Gegebenheiten leben und da bringt es nichts, wenn man so Schwarz-Weiß-Malerei betreibt”.

Mit den Änderungen von gestern Abend haben die Kulturträger zumindest erst einmal ein Stück weit Zeit für ihre Planungen gewonnen. Beruhigen wird sich die Situation in diesem Umfeld aber so schnell nicht.