Tennis für alle: TSC Glashütte zeigt Inklusion auf dem Platz
Norderstedt – Ein Tennisball, der rasselt, spezielle Brillen und jede Menge Begeisterung: Beim TSC Glashütte stand ein besonderer Aktionstag ganz im Zeichen der Inklusion. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung konnten gemeinsam Tennis spielen und erleben, wie sich der Sport mit eingeschränktem Sehvermögen anfühlt.
Beim Blindentennis kommt es vor allem auf das Gehör an. Die Bälle sind größer und mit einer Rassel ausgestattet. Angepasste Regeln und tastbare Linien helfen den Spielern bei der Orientierung. Wer selbst einmal erfahren wollte, wie schwierig das ist, konnte mit speziellen Simulationsbrillen auf den Platz gehen.
Auch Christian Schlaikier wagte den Selbstversuch. Der Tennisspieler gewann 2023 bei den Special Olympics World Games in Berlin die Goldmedaille im Unified Mixed Doppel. Seit rund sechs Jahren spielt er wieder regelmäßig beim TSC Glashütte. Für ihn bedeutet Tennis weit mehr als sportlichen Erfolg. „Für mich ist das einfach pure Emotion, wenn du auf dem Platz stehst. Und ich habe einfach Glücksgefühle, wenn ich da die Bälle schlage.“
Diese Begeisterung erlebt auch Tennistrainer Markus Teetz. Seit etwa einem Jahr betreut er die Inklusionsgruppen des Vereins. Die Arbeit mit den Teilnehmern ist für ihn eine besondere Erfahrung. „Es ist eine wunderschöne Arbeit, weil du einfach nur in freundliche Gesichter schaust.“
Der TSC Glashütte engagiert sich nach eigenen Angaben bereits seit 2008 für Inklusion. Mit dem Aktionstag möchte der Verein Berührungsängste abbauen und zeigen, dass Tennis auch mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen möglich ist. Rund 14 bis 15 Teilnehmer aus dem integrativen Sport waren dabei.
Für den Ersten Vorsitzenden Dirk Backhaus soll das Engagement weitergehen. Er kann sich vorstellen, künftig regelmäßige Angebote oder eine eigene Gruppe einzurichten. „Ich finde einmal im Jahr zu wenig.“
Der Aktionstag hat gezeigt, wie Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen auf dem Tennisplatz zusammenkommen können. Im Mittelpunkt standen dabei nicht die Einschränkungen, sondern die gemeinsame Freude am Sport.
