Sportfest verbindet Menschen mit und ohne Beeinträchtigung

Sportfest verbindet Menschen mit und ohne Beeinträchtigung
Über 450 Menschen feierten gemeinsam die Inklusion im Stadtpark.

Norderstedt – Beim inklusiven Sportfest der Lebenshilfe Norderstedt standen am Sonntag Freude, Gemeinschaft und Bewegung im Mittelpunkt. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung bewältigten gemeinsam im Rollstuhl oder zu Fuß ihre Runden um den Stadtparksee. Insgesamt nahmen mehr als 450 Personen an den vier Wettbewerben teil.

Dabei hat sich die Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert. „Vor zehn Jahren waren es 40 Menschen mit Beeinträchtigung, die hier gelaufen sind, und 20 Menschen ohne Beeinträchtigung. Und diesmal war es genau umgekehrt“, sagt Thomas Beck, Vorsitzender der Lebenshilfe Norderstedt. Auch die Einstellung zum gemeinsamen Sport von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung habe sich seitdem gewandelt.

Für Claudia Helle von der Inklusionsagentur Norderstedt ist besonders wichtig, mit dem Thema mitten in der Stadtgesellschaft präsent zu sein: „2015 ist die Lebenshilfe das erste Mal hier in den Stadtpark gekommen. Da war es noch nicht ganz so groß wie heute. Und vorher war das Fest der Lebenshilfe im Garten in Glashütte und keiner wusste überhaupt, dass es die Lebenshilfe gibt.“

Die größere Öffentlichkeit sorge dafür, dass sich mehr Menschen mit dem Leben mit Behinderung beschäftigten. „Und deswegen ist es so wichtig, da zu sein, wo die Gesellschaft ist, damit auch Menschen überhaupt anfangen können, drüber nachzudenken oder zu denken: Ach, war mir gar nicht bewusst“, sagt Helle.

Neben den sportlichen Wettbewerben erwartete die Besucher ein buntes Rahmenprogramm. Dazu gehörten Auftritte zweier inklusiver Musikbands, Mitmachangebote, Spiele und ein Rollstuhlparcours. Vereine, Einrichtungen und Verbände informierten an ihren Ständen über Inklusion.

Als Schirmherren waren Alexander Källner und Lovis Wiefelspütz dabei. Die beiden langjährigen Freunde waren 344 Tage lang gemeinsam auf Weltreise und berichteten im Stadtpark von ihren Erfahrungen mit Inklusion in anderen Ländern. Außerdem signierten sie ihr Buch „Die Reise unseres Lebens“.

Da die Lebenshilfe in diesem Jahr keine Fördergelder von Aktion Mensch erhielt, fiel das Fest etwas kleiner aus. Unterstützung kam unter anderem vom Lions Club Norderstedt. Bei einer Tombola wurden 500 Lose verkauft und insgesamt 2.500 Euro für die Lebenshilfe gesammelt.

Nach dem Jubiläumsfest richtet sich der Blick bereits auf das kommende Jahr. 2027 feiert die Lebenshilfe Norderstedt ihren 60. Geburtstag. Geplant ist dafür eine ganze Inklusionswoche.