Osterfeuer: Bedroht Verordnung private Feuer?

Osterfeuer: Bedroht Verordnung private Feuer?
Symbolbild - freepik.com

Norderstedt – Für die einen sind sie ein großes Vergnügen. Für die anderen ein stinkendes Ärgernis: Die Osterfeuer stehen alle Jahre wieder in der Diskussion. Brennen werden auf jeden Fall die großen, offiziellen Feuer – so wie das der Freiwilligen Feuerwehr Harksheide. Am 4. April auf der Wiese am Deckerberg wird um 18 Uhr das Feuer entzündet werden. Extra für die Kinder gibt es auch noch ein kleineres Feuer, wo auch Stockbrot gebacken werden kann.

Und wie jedes Jahr: Achtung! Es gibt keine Parkplätze im Bereich des Veranstaltungsgeländes. Eine Anreise ohne eigenes Auto wird daher ausdrücklich empfohlen. Zudem werden die Straßen Forstweg und Deckerberg für die Dauer der Veranstaltung gesperrt. Auch die Anwohner können nicht durch die Absperrungen.

Etwas kleiner wird das Osterfeuer der Feuerwehr Glashütte werden. Hier geht es am Glashütter Damm bereits um 15 Uhr los. Auch da wird Stockbrot, Getränke und Grillwurst angeboten werden.

Ganz unumstritten sind die Osterfeuer in Norderstedt nicht. Seit Jahren treten unter anderem die Grünen aus ökologischen Gründen für ein Verbot der privaten Feuer ein. Allerdings gab es dafür im Umweltausschuss keine Mehrheiten.

Die FDP begrüßt nun in einer Pressemitteilung ganz ausdrücklich, dass private Osterfeuer nach wie vor erlaubt sind. Allerdings könnte in Zukunft eine neue Stadtverordnung die privaten Feuer verkomplizieren, oder vielleicht sogar ganz unmöglich machen. In der neuen Verordnung steht, dass nur noch trockene Brennholz-Scheite erlaubt würden. Realistisch betrachtet müssten die dann extra gekauft werden. Denn das Verbrennen von Ästen oder Zweigen wäre nach der neuen Verordnung untersagt.

So eine Stadtverordnung bedarf keiner politischen Zustimmung. Die Verwaltung braucht nur die Zustimmung des zuständigen Ministeriums. Noch ist die neue Verordnung nicht in Kraft. Das Land Schleswig-Holstein prüft derzeit, ob private Osterfeuer als Brauchtum gelten oder nicht. Würden private Osterfeuer nicht als Brauchtum gewertet werden, dann würde die neue Verordnung in Kraft treten.
Aber: Gegen die Änderung der Stadtverordnung wehrt sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Tobias Mährlein schon jetzt ausdrücklich. Er fordert, dass die privaten Feuer so erlaubt bleiben sollen, wie sie jetzt (noch) sind.

Das Interesse an den Feuern ist groß: In diesem Jahr haben rund 180 Norderstedter ein privates Osterfeuer bei der Stadt angemeldet.