Besucherrekord beim Kunsthandwerkermarkt
Norderstedt – Bei Sonnenschein und blauem Himmel wurde es zeitweise ziemlich eng auf der Stadtparkpromenade. Zum 13. Mal standen hier die Zelte und Buden des Kunsthandwerker- und Bauernmarktes. Dazwischen: Bastkörbe, Metallfische, maritime Figuren, Besen – und Dinge, die man auf einem Markt eher nicht erwartet. Zum Beispiel Brillen.
„Ich baue jede Brille als Unikat”, erzählt Jörn Dackow, der sich vor 15 Jahren selbstständig gemacht hat. “Ich habe den Beruf damals ergriffen, weil ich Handwerk machen wollte und war lange auch Filialleiter in der Augenoptik. Ich musste dann feststellen, dass das immer weniger Handwerk wurde. Und dann habe ich mich nach der Arbeit in den Keller zurückgezogen und habe die ersten zehn Brillen gebaut und dachte: Das könnte was werden.“
Aus einem Alltagsproblem wurde ein Geschäftsmodell
Und daraus wurde offenbar tatsächlich etwas. Dackows Modelle entstehen individuell – einige sogar aus ungewöhnlichen Materialien wie Stein. Nur ein paar Stände weiter leuchtet dagegen das Holz. Namen und Motive werden ausgesägt und von hinten beleuchtet. Angefangen hat das Ganze nicht mit einer Geschäftsidee, sondern mit einem ziemlich alltäglichen Problem.
„Die Idee kam, als wir umgezogen sind nach Henstedt-Ulzburg und unsere Kinder kein Licht hatten in den Zimmern. So haben wir dann gesagt: Wir brauchen Licht. Ich bin Elektriker, meine Frau ist handwerklich geschickt und zeichnerisch, und haben dann gesagt: Jetzt stellen wir einfach mal die Namen her und hinterleuchten die”, berichtet Niels Hollenbach, der an diesem Tag mit seiner Frau ausstellt.
An zwei Tagen kamen insgesamt 6.000 Besucher
So unterschiedlich die Stände, so unterschiedlich auch die Geschichten dahinter. Vieles hier entstand nicht in großen Werkstätten oder Fabriken, sondern in kleinen Ateliers und oft direkt in der Region. In diesem Jahr war das Publikumsinteresse besonders groß: Rund 6.000 Besucher wurden an den beiden Tagen gezählt – neuer Rekord für den Kunsthandwerker- und Bauernmarkt. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Organisatoren nicht. Die Zelte dieser Ausgabe sind gerade erst abgebaut – die Planungen für die 14. Auflage sollen schon in den nächsten Tagen beginnen.
