Neue Flüchtlingsunterkünfte in Garstedt: Norderstedt informiert
Norderstedt – Beim Thema neue Flüchtlingsunterkünfte sind meist ganz viele Emotionen im Spiel. Das war auch in diesen Tagen zu spüren. An zwei Abenden lud die Stadt in die Grundschule Niendorfer Straße ein um über zwei aktuelle Projekte zu informieren. Am Montag ging es um ein ehemaliges Seniorenheim in das rund 100 Geflüchtete einziehen werden. Am Mittwochabend wurden die Pläne einer neuen Unterkunft an der Aspelohe vorgestellt.
Und auch gestern war der Saal wieder voll. Rund 70 Anwohner, Nachbarn und Interessierte wollten sich anhören, was die Verantwortlichen der Stadtverwaltung in der rund zweistündigen Informations-veranstaltung zu sagen hatten. Es geht um eine geplante Notunterkunft an der Aspelohe 27 a bis C in Garstedt. Das leerstehende Bürogebäude hat die Stadt für 10 Jahre gemietet.
Bis zu 280 Geflüchtete, vorrangig Familien, sowie Wohnungslose sollen hier Ende 2026, Anfang 2027 einziehen. Laut Sozialdezernentin Kathrin Rösel ist Norderstedt verpflichtet Geflüchtete aufzunehmen. Derzeit würden in Norderstedt rund 1600 geflüchtete Menschen leben, die in Unterkünften und Wohnungen untergebracht sind. Pro Woche würden laut der Dezernentin zwischen 5 bis 12 dazukommen. Die Hauptherkunftsländer seien die Ukraine, Afghanisten, Syrien und die Türkei.
Neben dem Gebäude an der Aspelohe hat die Stadt auch das ehemalige Altenpflegeheim Rosengarten an der Alten Dorfstraße in Garstedt angemietet. Hier sollen bereits ab Juli rund 100 Geflüchtete unterkommen. An der Aspelohe soll das neue Gebäude zu 90 Prozent von Flüchtlingen und zu 10 Prozent von Wohnungslosen genutzt werden. Land und Bund geben entsprechende Gelder dazu.
Einige der Besucher von gestern Abend monierten die ungerechte Verteilung der Notunterkünfte aufs Stadtgebiet. Ausgerechnet im dicht besiedelten Garstedt, wo demnächst mit dem Ohepark auch noch ein neues Wohngebiet entsteht, würden nun noch zwei neue Notunterkünfte dazukommen, so lautete die Kritik an diesem Abend.
Ein weiteres Thema, das gestern immer wieder diskutiert wurde: wenn an der Aspelohe jetzt viele neue Familien mit Kindern einziehen, muss es dann nicht auch neue Kitas und Schulen geben? “Nein”, erklärt Sozialdezerntin Kathrin Rösel, “denn die meisten Familien, die nach Garstedt ziehen sollen, wohnen bereits seit vielen Jahren in Norderstedt.” Und die Kinder gehen hier schon längst in eine Kita oder in eine Schule. Zudem soll ohnehin in Garstedt eine neue Kita gebaut werden, die für das Neubaugebiet “Ohepark” benötigt wird.
An der Aspelohe werden in drei Gebäuden die bis zu 280 Personen künftig untergebracht sein. AWO, Diakonie, Caritas und das Willkommen Team betreuen und begleiten die Einrichtung. Immer wieder kamen gestern auch Fragen zum Thema Sicherheit auf. Ob es ein Konzept gebe und ob es in den anderen Unterkünften der Stadt vermehrt zu Straftaten kommen würde. Nach vorheriger Rücksprache mit der Polizei erklärte Sozialdezernentin Kathrin Rösel, dass “die Polizei keine Statistiken führt, die Straftaten nach Nähe zu Flüchtlingsunterkünften erfasst.” Aber: “Wenn es Auffälligkeiten geben würde, dann hätte die Polizei das der Stadt mitgeteilt”.
Nach zweieinviertel Stunden war gestern Feierband. Im Juni wird es eine erneute Infoveranstaltung geben. Dann in Friedrichsgabe. Dort baut die Stadt am Henstedter Weg in Eigenregie eine neue Notunterkunft.

