Nachwuchs tanzt um Landesmeistertitel

Nachwuchs tanzt um Landesmeistertitel
Evelyn Neser und Jethro Khadjeh-Nouri vom TSC Astoria Norderstedt präsentieren stolz ihre Pokale und Urkunden bei den gemeinsamen Landesmeisterschaften im Standardtanz.

Norderstedt – Junge Tänzerinnen und Tänzer aus fünf norddeutschen Bundesländern haben sich im Tanzzentrum „Die 3“ des TSC Astoria Norderstedt bei den gemeinsamen Landesmeisterschaften im Standardtanz gemessen. Am Start waren Nachwuchspaare aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Für viele von ihnen ist das Turnier weit mehr als nur ein Wettkampf um Pokale und Platzierungen. Es gilt als wichtiger Höhepunkt im Trainingsjahr und spielt auch auf dem Weg zu den Deutschen Meisterschaften eine Rolle.

Wie viel Arbeit hinter wenigen Minuten auf dem Parkett steckt, zeigen Aurora Tiftik und Michael Sabads vom Tanzsportclub Phoenix Hannover. Vor dem Turnier hätten sie nahezu täglich trainiert und dafür regelmäßig den Weg nach Bremen auf sich genommen. „Für dieses Turnier haben wir fast jeden Tag trainiert, und zwar drei Stunden“, sagte Aurora. Teilweise seien sie erst gegen Mitternacht wieder zu Hause gewesen. „Es war sehr hart, auch mit der Schule.“

Zwischen Schule, Training und großen Zielen

Trotz des hohen Aufwands steht für viele Jugendliche die Freude am Tanzen im Mittelpunkt. Maja Kresse beschreibt den Sport als Ausgleich zum Alltag. „Ich kann den ganzen Alltag vergessen. Ich kann mich nur auf das Tanzen konzentrieren, auf mich und meinen Tanzpartner.“ Gemeinsam mit Franz Krieg trainiert sie für den Tanzsportclub Phoenix Hannover. Weil beide aus unterschiedlichen Städten kommen, können sie vor allem am Wochenende gemeinsam trainieren.

Auch die Norderstedter Nachwuchstänzer haben klare Ziele. Jethro Khadjeh-Nouri vom TSC Astoria Norderstedt will im Standardtanz einmal ganz nach oben. „Mein Ziel ist, in Standard gerne einmal die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen.“ Dass Tanzen unter Gleichaltrigen nicht immer als typisches Hobby wahrgenommen wird, hat er ebenfalls erlebt. Er berichtete, dass er wegen seines Sports zunächst ausgelacht worden sei, sich davon inzwischen aber nicht mehr beirren lasse.

Michael Sabads träumt noch größer. „Mein großes Ziel ist irgendwann mal, vielleicht Blackpool zu gewinnen oder wirklich die Weltmeisterschaft.“ Für die jungen Tänzer liegen zwischen solchen Zielen allerdings viele Trainingsstunden, Turniere und lange Wochenenden.

„Die Kinder brauchen Ziele“

Für Jussoff Khadjeh-Nouri, Präsident des TSC Astoria Norderstedt, haben solche Meisterschaften deshalb nicht nur sportliche Bedeutung. „Jeder, der mit Kindern arbeitet, weiß: Die Kinder brauchen Ziele.“ Im Frühjahr stehen nach seinen Angaben die Latein-Meisterschaften im Mittelpunkt, später folgen die Standardmeisterschaften. Das Training werde entsprechend auf diese Wettbewerbe ausgerichtet.

Auch Turnierleiter Jes Christophersen sieht in der Veranstaltung einen wichtigen Saisonhöhepunkt. „Grundsätzlich ist es erst mal eine Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften“, sagte er. Zugleich sei das Turnier „der Saisonhöhepunkt für die Standardjugend“.

Für die jungen Tänzerinnen und Tänzer war Norderstedt damit nicht nur ein Ort für Titel und Pokale. Für viele war es zugleich der nächste Schritt auf dem Weg zu noch größeren sportlichen Zielen.