Klamme Kassen, leere Kirchen: Pastoren suchen Lösungen

Klamme Kassen, leere Kirchen: Pastoren suchen Lösungen
In der Thomaskirche in Glashütte ging es um die Zukunft der Norderstedter Kirchen.

Norderstedt – Wie soll es weitergehen mit Norderstedts Kirchen? Diese Frage beschäftigt seit gut einem Jahr eine Steuerungsgruppe des Kirchenkreises Hamburg-West / Südholstein. Klar ist: Die Kirche muß sich auf der einen Seite verschlanken, auf der anderen Seite sichtbarer und somit wieder attraktiver werden. Denn von gut 85.000 Einwohnern Norderstedts sind gerade mal noch 17.000 in der Kirche, den 5 Gemeinden mit ihren 8 Pastoren stehen nur noch rund eine Million Euro pro Jahr aus der Kirchensteuer-Zuweisung zur Verfügung.

Erste Ergebnisse stellte die Steuerungsgruppe am vergangenen Sonntag Interessierten vor, und rund 100 Gemeinde-Mitglieder kamen dafür in die Thomaskirche in Glashütte. Zur Disposition steht zum Beispiel eine größere Fusion – so könnte die Verwaltung verschlankt werden. Außerdem gibt es einen Sanierungsstau der Gemeindegebäude in Norderstedt, der sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag beläuft. Die eine oder andere Kirche könnte abgestoßen und zum Beispiel dem Musikverein als Konzert-Location übergeben werden. Auf der anderen Seite äußerten sich die anwesenden Kirchenmitglieder: Sie befürchten, daß Ihre Kirche nicht mehr ausreichend in den Stadtteilen da ist, wenn es zu Zusammenschlüssen kommen sollte.

Daneben wünscht sich die Steuerungsgruppe mehr Engagement in Bereichen wie Kinder- und Jugendarbeit: Die Jugendlichen seien die zahlenden Kirchen-Mitglieder von morgen – man müsse deswegen vermehrt aatraktive Angebote für die junge Zielgruppe schaffen, um diese für die Kirche zu begeistern. Noch ist nichts in Stein gemeißelt. Bis Januar 2028 soll ein Nutzungskonzept für die Kirchen erstellt werden und konkrete Vorschläge vorliegen, was mit den Kirchengemeinden passieren soll. Bis dahin wird noch fleißig diskutiert. Und bislang ziehen alle an einem Strang: Die Pastoren wissen, daß es vielleicht auch um ihren Job geht, helfen mit und unterstützen die Arbeit der Steuerungsgruppe. Und mehr Musik- und Jugendarbeit, mehr Präsenz nach außen und eine Verschlankung der Verwaltung – all das hört sich bis jetzt so an, als ob alle bereit sind, die Norderstedter Kirche fit für die Zukunft zu machen.