KiTa-Gebühren: SPD droht mit Ablehnung des Haushalts

KiTa-Gebühren: SPD droht mit Ablehnung des Haushalts
SPD-Fraktionschef Lasse Jürs

Norderstedt – Es ist ein Termin, auf den alle Eltern in Norderstedt mit Sorge blicken: In der Stadtvertretersitzung morgen Abend soll über den Doppelhaushalt 2026/2027 abgestimmt werden. In diesem Finanzplan sind auch die Geldmittel enthalten, die durch die Erhöhung der KiTa-Gebühren eingenommen werden sollen. Die SPD will, dass die Erhöhung wieder zurückgenommen wird, die Eltern ächzen schon jetzt unter den zusätzlichen Belastungen, die ab August dieses Jahres auf sie zukommen könnten.

Andreas Rieckhoff ist Vater eines 4-jährigen Kindes. Sohn Max geht in einen Kindergarten in Friedrichsgabe. Seit 8 Jahren wohnt die Familie in Norderstedt und fühlt sich hier wohl. Doch auf die dreiköpfige Familie kommt ab Sommer eine nicht unerhebliche finanzielle Mehrbelastung zu. Denn neben den Verpflegungskosten für Max sollen ja auch die KiTa-Gebühren steigen. “In Verbindung mit den Essensgebühren wären wir bei 113 Euro monatlich höherer Belastung. Eine solche Erhöhung auf einen Schlag muss man erstmal wuppen”, kritisiert Andreas Rieckhoff.  Zumal die Mehrkosten aus Sicht von Riekhoff nicht zwingend dazu führen werden, dass dadurch die Zuverlässigkeit und die Qualität der Betreuung erhöht wird. Rieckhoff: “Wir zahlen 12 Mal die KiTa-Gebühr im Jahr. Und haben aber schon mal 20 Tage, wo aufgrund von Sommerferien oder Fortbildungen geschlossen ist”. Und weiter: “Wenn ich die letzten anderthalb, zwei Jahre zurückdenke, kommen dann nochmal so 10 Tage on top, wo die Kita sagt ‘Behalten Sie mal ihr Kind zu Hause'”.

Die SPD, bislang immer ein Gegner der Gebührenerhöhung, will als letzten Versuch mit einem Antrag auf der Sitzung morgen Abend den Beschluss kippen und droht, dem Doppelhaushalt die Zustimmung zu verweigern. “Unsere Zustimmung zum Haushalt hängt davon ab, dass es keine Erhöhung der KiTa-Gebühren gibt”, sagte SPD-Fraktionschef Jürs. “Das ist die Hand, die wir ausstrecken und da kann ich nur an WiN und die Grünen appellieren, diese anzunehmen. Dann haben wir einen Haushalt im Februar”.

Für die FDP ist das KiTa-Gebühren-Thema auch noch nicht vom Tisch. Sie will morgen Abend erneut ihren zuletzt gescheiterten Antrag einbringen, der eine einmalige Kostenerhöhung pro Betreuungsstunde um 50 Cent vorsieht. Laut FDP-Fraktionschef Mährlein ein Kompromissvorschlag, der zum einen die Eltern nicht so stark belastet, zum anderen aber auch auf den Haushalt einzahlt. Eine Idee, mit der sich wohl auch Familie Rieckhoff anfreunden könnte…