Karte statt Bargeld: SocialCard für Geflüchtete wird verteilt
Norderstedt – Die sogenannte Bezahlkarte oder auch SocialCard ist, einem langen Prozess folgend, eingeführt worden. Bereits im November 2023 hatten der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder die Einführung einer Bezahlkarte für Geflüchtete beschlossen. Diese sollen dadurch einen Teil der ihnen zustehenden Leistungen nicht mehr in Bargeld, sondern als Guthaben auf diesen Bezahlkarten erhalten. Seit ein paar Tagen kann nun auch in Norderstedt damit bezahlt und Geld abgehoben werden.
Die Guthabenkarte ersetzt damit ab sofort die Barauszahlung von Sozialleistungen. Die Karte funktioniert wie eine Art Prepaid Debit Karte. Jeden Monat wird sie mit Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz aufgeladen.
Jede volljährige Person, die die entsprechenden Leistungen bezieht, erhält eine eigene SocialCard. Bar dürfen pro Monat maximal 50 Euro abgehoben werden. Dieser Betrag erhöht sich für jedes minderjährige Kind um weitere 50 Euro. Überweisungen sind nur an freigegebene Zahlungsempfänger möglich. Mit der Karte kann in allen Geschäften bezahlt werden, die eine VisaCard Zahlung anbieten.
Ziel des neuen Systems ist es, zum einen die Bürokratie in den Kommunen abzubauen und zum anderen zu verhindern, dass Asylbewerber staatliche Zahlungen ins Ausland transferieren. Aktuell sind laut Landesregierung rund 3.500 Bezahlkarten im Umlauf. Insgesamt sollen es 10.000 werden. Ziel ist es, die Einführung zum 30. April dieses Jahres abzuschließen.
Kritik kommt unter anderem vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. Durch die Karte würde der Zugang zu Bargeld und Überweisungen massiv eingeschränkt werden. Nach einer entsprechenden Einführungsphase soll dann ein erstes Zwischenfazit der neuen Bezahlkarte gezogen werden. Auch in Norderstedt wird man also gespannt verfolgen wie die Bezahlkarte für Geflüchtete in den kommenden Wochen und Monaten angenommen wird.

