Garstedt: Im November soll die Riesenbaustelle weg sein

Garstedt: Im November soll die Riesenbaustelle weg sein
So soll die Kreuzung nach der Fertigstellung aussehen

Norderstedt – Wer regelmäßig durch Garstedt fährt, kennt die Baustelle an der Kreuzung Friedrichsgaber Weg und Friedrich-Ebert-Straße nur zu gut. Eigentlich sollten die Arbeiten längst abgeschlossen sein. Warum sich das Projekt verzögert hat, wann die Kreuzung fertig werden soll und welche Veränderungen direkt nebenan geplant sind – darüber haben wir mit Norderstedts Baudezernenten Dr. Christoph Magazowski gesprochen.

Seit mehr als einem Jahr wird an der wichtigen Kreuzung gebaut. Umleitungen, Staus und lange Fahrzeiten gehören für viele Anwohner und Pendler inzwischen zum Alltag. Doch wer glaubt, hier werde nur eine Straße saniert, der irrt. Baudezernent Dr. Christoph Magazowski: “Wir wollen die Verkehrssituation verbessern, das soll ein Linksabbieger herkommen. Und wir nutzen die Gelegenheit, um dann auch gleich die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen und hier eine Rundumerneuerung zu machen.”
Tatsächlich wird nicht nur an der Oberfläche gearbeitet. Unter der Fahrbahn werden gleichzeitig zahlreiche Versorgungsleitungen verlegt bzw. erneuert. Die Stadt nutzt die Gelegenheit für eine umfassende Modernisierung der Infrastruktur. Strom, Gas – alles was man sich vorstellen kann. Es wird alles einmal auf links gedreht und was saniert werden muss, wird erneuert”, erklärt der Baudezernent.
Ursprünglich sollte das Projekt deutlich früher abgeschlossen werden. Dass die Baustelle auch heute noch besteht, hat mehrere Gründe. Vor allem die Witterung hat den Zeitplan durcheinander gewirbelt. Magazowski: “Wir hatten hier gerade zum Herbst hin verstärkte Regenfälle und wir hatten eine lange Winterperiode, Frostzeiten und das hat zu erheblichen Verzögerungen geführt”.

Viele Verkehrsteilnehmer interessiert vor allem eine Frage: Wann verschwindet die Baustelle endlich? Magazowski: “Bis Juli werden hier noch Tiefbau-Arbeiten stattfinden und dann begeben wir uns in die Verfüllung und den Aufbau des Untergrundes. Das wird bis Oktober dauern, denke ich mal. Dann kommt der Straßenbelag und die Nebenanlagen und dann sollte im November alles abgeschlossen sein”.

Während die Stadt noch an der Kreuzung baut, laufen auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits die Planungen für das nächste große Projekt. Die Wohnungsbaugenossenschaft FLUWOG möchte hier neuen Wohnraum schaffen. “Da hatten wir kürzlich im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan”, sagt Magazowski. “Das heißt, wir sind ganz am Anfang des Verfahrens. Wir werden jetzt die entsprechenden Entwürfe erarbeiten zusammen mit der Fluvok und dann in die erste Bürgerbeteiligung”.

Der Beschluss markiert allerdings erst den Beginn des Verfahrens. Bevor gebaut werden kann, stehen noch mehrere Planungsschritte und Beteiligungsverfahren an. Magazowski: “Nach dem Aufstellungsbeschluss kommt die frühzeitige Bürgerbeteiligung. Danach kommt der Entwurfs- und Veröffentlichungsbeschluss und dann der Satzungsbeschluss. Die Zeiten dazwischen werden genutzt für Überarbeitung und Anpassung. In der Regel dauert ein B-Plan 1,5 bis 2 Jahre, wenn alles glatt läuft. Und da, denke ich mal, werden wir uns in diesem Zeitraum auch bewegen”.

Schon jetzt sorgt das Vorhaben bei einigen Anwohnern für Diskussionen. Kritisch gesehen werden insbesondere die geplanten Gebäudehöhen von bis zu vier bzw. fünf Geschossen. “Wir befinden uns hier an einer der Hauptverkehrsachsen. Am Eingang zur Friedrich-Ebert-Straße ist geplant, die gesamte Friedrich-Ebert-Straße auch nachzuverdichten, dort eine höhere Bebauung zu ermöglichen”, erklärt der Baudezernent. Und weiter: “Es ist Wohnraum, der in der Stadt zwingend benötigt wird. Und da wird es darum gehen, das so moderat stattfinden zu lassen, dass wir einen guten Kompromiss hinbekommen”.

Für die Autofahrer dürfte zunächst jedoch etwas anderes wichtiger sein. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Dauerbaustelle hier im November Geschichte sein. Die Debatte über die Zukunft des Areals beginnt dann vermutlich erst wichtig.