Eintracht-Sportchef Spitzer: “Wir haben uns nicht belohnt”
Norderstedt – Die Viertligafußballer von Eintracht Norderstedt sind raus aus dem Pokal. Im Viertelfinale gestern Abend unterlagen sie vor 380 Zuschauern dem klassentieferen Oberligisten ETSV Hamburg mit 1:2. Es wird in der kommenden Saison also erstmal kein Fußballfest geben wie im vergangenen August im DFB Pokal vor 30.000 Fans gegen den FC St. Pauli am Millerntor. Dementsprechend enttäuscht war man auf Eintracht-Seite. Wir haben Eintracht-Sportchef Frank Spitzer zum Interview getroffen.
noa4: Letztes Jahr mit wehenden Fahnen in die erste Runde vom DFB-Pokal eingezogen, tolles Spiel gemacht am Millerntor. Gestern das Aus im Viertelfinale des Lotto-Pokals. Wie schläft man nach so einer Niederlage?
Frank Spitzer, Sportchef Eintracht Norderstedt: “Ja, schlecht. Muss man ganz ehrlich sagen, ich glaube auch die Mannschaft war schon sehr geknickt. Es war gestern ein Spiel, das war uns bewusst im Vorwege, dass es auf Augenhöhe ist. Weil der ETSV schon von der Qualität eigentlich einen Regionalliga-Kader hat und auch finanziell wahrscheinlich schon auf Regionalliga-Niveau ist. Deswegen war es ein 50-50-Spiel. Wir hatten gestern eigentlich die Möglichkeiten, besonders Anfang der zweiten Halbzeit, das Spiel für uns zu gestalten. Da haben wir viele Chancen liegen lassen. Ja, und dann zahlst du zum Ende den Preis dafür und bist draußen.”
noa4: Was waren so aus Ihrer Sicht die Schlüsselpunkte, die zu dieser Niederlage geführt haben?
Spitzer: “In der ersten Halbzeit war das Spiel sehr ausgeglichen, beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Dann, Anfang der zweiten Halbzeit, haben wir eine Riesendrangphase gehabt. So bis zur 60. Minute, wo wir wirklich vier, fünf Chancen gehabt haben, wo du mindestens ein Tor machen musst. Ich hatte das Gefühl, wenn wir da getroffen hätten, wäre das Spiel in eine andere Richtung gegangen.”
noa4: Der Trainer hatte vor der Partie gesagt, das wird eine “Vollgas-Veranstaltung”. War es aus Ihrer Sicht eine “Vollgas-Veranstaltung”?
Spitzer: “Ja, das Spiel hatte eine hohe Intensität. Die Bedingungen waren schlecht, es war strömender Regen, der Kunstrasen war eher ein älterer Kunstrasen. Wir haben ein bisschen Verletzungsprobleme, das hat uns gestern so ein bisschen Optionen genommen von der Kader-Struktur her. Ich kann der Mannschaft überhaupt nichts vorwerfen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Das Einzige, was eben zählt, ist, dass wir uns nicht belohnt haben für unsere Torchancen.”
noa4: Jetzt sagt man nach so einer Niederlage ja oft, Mund abwischen und weiter geht es. Ist das so einfach in so einer Situation jetzt?
Spitzer: “Da musst du dich schon erstmal schütteln. Der Die Mannschaft hat man schon angemerkt, die muss das auch erst mal verarbeiten. Aber uns bleibt nicht viel anderes übrig. Wir werden heute trainieren, viel Pflege, wir werden morgen Training haben, dann nochmal auf Rasen und fahren am Samstag zu Kickers Emden, denn in der Regionalliga geht’s ja weiter. Wir wissen nicht so richtig, was uns da erwartet, weil Emden noch kein einziges Pflichtspiel gehabt hat in diesem Jahr. Die sind alle ausgefallen. Das zeigt auch die Problematik durch den Winter so ein bisschen. Wir werden uns darauf einstellen, uns vorbereiten, wir werden die Mannschaft jetzt aufbauen. Und dann werden wir versuchen, uns am Samstag zu belohnen.”

