Blaulicht & Alarm: So trainierte der Feuerwehrnachwuchs
Norderstedt – Einen ganzen Tag lang Feuerwehralltag erleben: Beim besonderen Dienst der Jugendfeuerwehr trainieren zwölf Jugendliche für spätere Einsätze. Auf dem Programm stehen unter anderem Funk, Erste Hilfe und verschiedene Übungsszenarien.
Bundesweit bleibt die Nachwuchsarbeit für die Feuerwehren eine wichtige Aufgabe. Zwar ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren zuletzt gestiegen, gleichzeitig stehen viele Wehren bundesweit durch demografischen Wandel und veränderte Lebensbedingungen unter Druck. Umso auffälliger ist die Situation hier vor Ort: Rund 50 Kinder und Jugendliche sind in der gemeinsamen Jugendfeuerwehr für das gesamte Stadtgebiet aktiv.
Das Interesse ist so groß, dass neue Mitglieder teilweise warten müssen. „Wir haben eine Warteliste, die so rund zwei Jahre geht“, sagt Sabine Laubner, Jugendwartin der Jugendfeuerwehr Norderstedt.
Auch Nadine Behrmann, Ausbilderin der Jugendfeuerwehr Norderstedt, spricht von großem Interesse. „Zum Glück haben wir immer genug Interessierte. Wir können aber leider nicht jedes Jahr alle aufnehmen. Da haben wir inzwischen ein ausgeklügeltes Auswahlverfahren, um die bestmögliche Auswahl zu finden. Dabei kristallisiert sich auch heraus, ob die Jugendlichen wirklich Bock haben oder ob sie von Mama und Papa geschickt werden“, sagt Behrmann.
Die Nachwuchsarbeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn aus der Jugendfeuerwehr können später neue Einsatzkräfte für die vier Freiwilligen Feuerwehren Friedrichsgabe, Garstedt, Harksheide und Glashütte kommen. Auch Oberbürgermeisterin Katrin Schmieder betont die Bedeutung dieser Arbeit. „Die jungen Menschen werden herangeführt“, sagt sie. Dabei gehe es nicht nur um Feuerwehrwissen. „Ich habe erlebt, wie Gemeinschaft und Verantwortung Menschen prägen und gerade junge Menschen noch einmal prägen können“, sagt Schmieder.
Beim 24 Stunden Dienst geht es deshalb nicht nur um Technik. Auch der Umgang miteinander spielt eine wichtige Rolle. Jugendgruppenleiter Philip Fröhlich sagt: „Respekt ist mit das Größte.“ Gerade bei den Jüngeren müsse man manchmal erst vermitteln, höflicher miteinander umzugehen und Autoritätspersonen anders anzusprechen. „Ich glaube, das ist auch etwas, was man im normalen Schulalltag so nicht unbedingt lernt“, sagt Fröhlich.
Wie wichtig das Ehrenamt für die Stadt ist, zeigen die Zahlen. Ende 2025 gehörten 269 ehrenamtliche Einsatzkräfte zu den vier Freiwilligen Feuerwehren. Für Laubner ist deshalb klar: Ohne freiwillige Kräfte könne eine Stadt wie Norderstedt nicht funktionieren. Beim 24-Stunden-Dienst sollen die Jugendlichen einen möglichst realistischen Eindruck vom Feuerwehralltag bekommen. Geschlafen wird im Bereitschaftshaus neben der Wache. Wann der nächste Alarm kommt, wissen die Teilnehmer vorher nicht. Dann heißt es ausrücken und gemeinsam eine Aufgabe lösen.
Unterstützung bekommt die Jugendfeuerwehr auch vom Förderverein der Jugendfeuerwehr Norderstedt. Beim 24 -Stunden-Dienst übernimmt der Verein die Kosten für Essen und Getränke. Finanziert wird er durch Fördermitglieder und Spenden. Für die Teilnehmer geht der besondere Dienst erst am nächsten Tag zu Ende. Was bleibt, sind neue Erfahrungen, mehr Sicherheit bei den Abläufen und vielleicht bei einigen auch der Wunsch, später selbst in den aktiven Feuerwehrdienst zu wechseln.
