Norderstedter Kultursterben? Blueswerk gibt auf
Norderstedt – Der Verein Blueswerk Norderstedt gibt auf. Und ist damit der erste Kulturträger, der die Konsequenzen aus der zusammengestrichenen Kulturförderung der Stadt zieht. Aufgrund der klammen Haushaltslage will Norderstedt in Zukunft Miete für die Nutzung städtischer Räume von den Kulturträgern kassieren. Für das Blueswerk bedeutet das ein Defizit, dass der Verein so nicht tragen kann. Als Konsequenz soll die jetzige Konzert-Saison noch zu Ende gespielt werden. Zum Sommer 2027 aber soll dann der Konzertbetrieb beendet werden. In einer Pressemitteilung äußert sich das Blueswerk verbittert gegenüber der Stadt Norderstedt. Im Gesamthaushalt, so formuliert es der Kulturträger wörtlich, wird es mutmaßlich keine großen Einsparungen geben. Denn: mit dem Ende der Konzertreihe fallen Einnahmen weg, „unterm Strich spart die Stadt keinen Cent“.
Politik will Änderung an den beschlossenen Kulturförderrichtlinien
Nach noa4-Informationen wird das Blueswerk nicht der letzte Kulturträger sein, der sein Angebot aufgeben wird. Hinter den Kulissen setzen sich derzeit die Vorstände verschiedener Vereine zusammen, um ein gemeinsames Vorgehen zu besprechen.
Auch unter mehreren Parteien herrscht Einigkeit darüber, dass der Zeitrahmen für die Umsetzung der neuen Kulturförderrichtlinien zu knapp bemessen ist. Die Fraktionen von FDP, WiN/Freie Wähler und CDU haben für den nächsten Kulturausschuss einen Änderungsantrag vorbereitet, der vorsieht, die neuen Richtlinien statt zum 1. Januar erst zum 1. Juli in Kraft treten zu lassen. So hätten die Kulturträger, allen voran natürlich die Theater, mehr Zeit, ihre Aufführungen zu planen – ohne bereits angesetzte Aufführungen umlegen zu müssen.
