Änderung der Förderrichtlinie: Kulturträger sauer auf die Stadt
Norderstedt – Die Kassen der Stadt sind klamm, nun sollen die Kulturträger zahlen. Am Donnerstag soll der Kulturausschuss über Norderstedts Kulturförderrichtlinie neu entscheiden. Bislang dürfen anerkannte Kulturträger die Räume der Stadt kostenlos nutzen. Zum Beispiel für Aufführungen und Proben. Das könnte sich nun ändern. Im Gespräch ist, dass die Kulturträger künftig Miete für die Räume zahlen müssen. Spannend ist auch, dass die Stadt diesen Schritt mit der, so wörtlich, „Inbetriebnahme des BiNo“ begründet. Weiterhin soll auch ein Kostendeckel der Förderungen eingeführt werden. So sollen nur noch 100.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stehen. In der Vorlage der Verwaltung ist auch bereits eine Tabelle mit Mietpreisen aufgeführt. So soll z.B. die Aula des Schulzentrums Süd pro Stunde 100 Euro Miete kosten.
Gegen diese Pläne wehren sich nun die Kulturträger der Stadt. Konkret hat der Musikverein Norderstedt sich mit einem Brief an alle Mitglieder des Kulturausschusses gewandt und diese dazu aufgefordert, dem Entwurf nicht zuzustimmen. In dem Brief schreibt der Musikverein, dass ansonsten die Mitgliedsbeiträge um 100 Prozent steigen müssten, um die Mieten bezahlen zu können. Für viele Vereine würde das das Aus ihrer Arbeit hier in Norderstedt bedeuten, so legt es der Brief nahe, der noa4 vorliegt. Im Kulturausschuss am Donnerstag um 18:30 Uhr im Rathaus wollen die Kulturträger möglichst zahlreich erscheinen, um ihren Protest gegen die Vorlage kundzutun.
