300 Kinder erleben den Toten Winkel aus der Fahrerperspektive
Norderstedt – Große Reifen, hohe Fahrerkabinen und jede Menge Praxis: Beim Präventionstag „Pass auf: Toter Winkel!“ am Kulturwerk in Norderstedt haben rund 300 Grundschulkinder gelernt, wie gefährlich der Tote Winkel für Fußgänger und Radfahrende sein kann. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein gemeinsam mit der Provinzial.
An insgesamt zwölf Lastwagen konnten die Kinder selbst auf dem Fahrersitz Platz nehmen und erleben, welche Bereiche für LKW-Fahrer trotz Spiegel nicht einsehbar sind. Ergänzend machten ausgelegte Planen und ein nachgebildeter Zebrastreifen deutlich, wie schnell Menschen im Toten Winkel verschwinden können. Geschulte Moderatoren erklärten die Risiken und gaben praktische Verhaltenstipps. Hintergrund der Aktion ist die weiterhin hohe Zahl schwerer Abbiegeunfälle mit LKW. Besonders Kinder sind aufgrund ihrer Körpergröße und ihrer noch geringen Erfahrung im Straßenverkehr gefährdet.
„Gerade bei radfahrenden Kindern sehen wir eine leichte Tendenz, dass die Zahl der Verkehrsunfälle wieder steigt. Und das wollen wir natürlich nicht. Unser Ziel ist es, möglichst gar keine Verkehrsunfälle mit Schülerinnen und Schülern zu haben. Deshalb sind Veranstaltungen wie diese so wichtig, weil sie dazu beitragen, genau das zu erreichen“, sagte Julia Carstens, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus Schleswig-Holstein.
Dass Verkehrserziehung nicht nur Aufgabe von Schulen und Veranstaltern ist, betonte auch Elisabeth Pier, Vizepräsidentin der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein. „Es ist wichtig, Kinder auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Man sollte nicht einfach denken: ,Das erfährt es schon, das merkt es sich schon oder das wird schon irgendwie klar sein.‘ Kinder müssen die Gefahr selbst erkennen und die Eltern sollten sie gezielt darauf ansprechen.“
Die Provinzial unterstützt die Kampagne bereits seit 2019 als Partner der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein. Neben Warnwesten erhielten die Schülerinnen und Schüler auch Postkartenbücher mit weiteren Tipps für sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Ziel der Aktion ist es, Kinder frühzeitig für die Gefahren des Toten Winkels zu sensibilisieren und so schwere Unfälle langfristig zu verhindern. Mit dem Aktionstag setzen die Organisatoren ein Zeichen für mehr Verkehrssicherheit. Durch das eigene Erleben sollen Kinder Gefahrensituationen besser einschätzen können – und sich im Straßenverkehr künftig sicherer bewegen.

