170 Flüchtlinge am Henstedter Weg: Norderstedt informiert die Anwohner

170 Flüchtlinge am Henstedter Weg: Norderstedt informiert die Anwohner
Infoabend Friedrichsgabe

Norderstedt – Es ist immer wieder ein Thema das bewegt und polarisiert. Das war auch gestern Abend zu spüren. Die Stadt Norderstedt hatte zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen, um über die geplante Flüchtlingsunterkunft zu berichten, die am Henstedter Weg in Friedrichsgabe neu gebaut werden soll. Das Interesse war groß. Vor allem bei denjenigen die in direkter Nachbarschaft wohnen.

Und so sind rund 70 Norderstedter in die Aula der OGGS am Harkshörner Weg gekommen. Knapp zwei Stunden informierten Vertreter der Stadt, darunter u.a. Baudezernent Dr. Christoph Magazowski und Sozialdezernentin Kathrin Rösel, über die geplante neu zu bauende Flüchtlingsunterkunft am Henstedter Weg im Norden der Stadt. Eine der zentralen Fragen an diesem Abend lautete: warum ausgerechnet dort. Baudezernent Dr. Christoph Magazowski erklärt, dass „die Stadt zum einen über die Fläche verfügt und deshalb dort bauen kann. Zum andere passt laut Magazowski der Standort im Norden der Stadt. Dadurch würde eine „gleichmäßige Verteilung über das Stadtgebiet möglich.“

Derzeit laufen auf der ehemaligen Weidefläche am Henstedter Weg, die die Stadt vor Jahren erworben hat, die bauvorbereitenden Maßnahmen. Die Unterkunft entsteht direkt gegenüber vom SOS Kinderdorf Harksheide. Heiß diskutiert wurde in der Aula auch über die Größe der Unterkunft. Bis zu 170 Personen könnten dort einziehen. 

Die Verantwortlichen betonten, dass keine zusätzlichen Plätze entstehen würden. Vielmehr müssten temporäre Unterkünfte in Hotels, Mietwohnungen oder alten Schulgebäuden geräumt werden. Überwiegend seien es kleinere Familien die an den Henstedter Weg ziehen. Die Sozialdezernentin erklärte gleich zu Beginn noch einmal das Prinzip bei der Verteilung von geflüchteten Personen auf Städte wie Norderstedt. „Die Kommunen sind nach einem Verteilungsschlüssel zur Aufnahme von flüchtlinge verpflichtet“, so Kathrin Rösel. „2025 waren das rund 280 Menschen.“

Derzeit leben rund 1600 Geflüchtete in der Stadt. Die neue Unterkunft die am Henstedter Weg entsteht, setzt sich aus vier Mehrfamilienhäusern in Modulbauweise zusammen. Gebaut werden sollen 48, ein- bis zweigeschossige Einheiten mit Dusche, WC und Gemeinschaftsküche. Mit den konkreten Arbeiten vor Ort soll im 3. Quartal 2026 begonnen werden. Fertig sein sollen die Gebäude im 2. Quartal 2027. Gerechnet wird mit einer Belegung von durchschnittlich 80 Prozent.

Ein großes Nachbarschaftsfest am Henstedter Weg soll u.a. beim Kennenlernen helfen.  Auch die Vertreter von AWO und dem Willkommen Team sicherten gestern schon ihre Unterstützung bei der Betreuung und Begleitung der neuen Bewohner zu.